Der Baustoff Holz

Seit Jahrhunderten werden unsere einheimischen Wälder kontrolliert bewirtschaftet. Bäume können sehr alt werden. Im nordhessischen Reinhardswald z.B. gibt es viele Eichen, die schon 600 Jahre alt sind. Holz ist ein nachwachsender Baustoff, der nur Erde, Wasser und Sonnenenergie braucht. Das Erntealter liegt zwischen 80 und 240 Jahren. Buchen benötigen im Gegensatz zu Nadelhölzern mehr Zeit. Der Stamm einer mächtigen Buche ist erst ab einem Alter von 160 Jahren interessant.

Holz besitzt Eigenschaften, die kein anderes Baumaterial aufweisen kann. Es ist fest und stabil, gleichzeitig aber auch biegsam und hält Zug wie Druck gut aus. Damit eignet es sich nicht nur für tragende Bauteile, sondern auch für Böden, Treppen, Wandverkleidungen, Fenster, Türen und Möbel. Holz ist ein poriger Körper mit ausgezeichneten bauphysikalischen Eigenschaften. In trockenem Zustand hat es ein geringes Raumgewicht, z.B. Nadelholz 600 kg/m3, und eine niedrige Wärmeleitzahl. Es besitzt eine gute Wärmedämmfähigkeit und angenehme Holzoberflächentemperaturen.

Holz reagiert auf Veränderungen der Luftfeuchtigkeit träge. Holz hat gute statische Eigenschaften. Seine Druckfestigkeit in Faserrichtung ist so hoch wie bei Stahlbeton: 600 kp/cm3. Holz ist nicht spröde, sondern sehr elastisch, Holzbauteile nehmen auch nach hoher Belastung ihre ursprüngliche Form wieder an. Seine Zugfestigkeit wird nur von Stahl übertroffen. Holz wird nicht chemisch abgebaut.

Holz zählt zu den wenigen Baustoffen, die sich meist in einem Menschenalter regenerieren. Sein Wachstum verbessert zusätzlich das Klima. Die Verarbeitung ist im Vergleich zu anderen Baustoffen energiesparend und frei von schädlichen Emissionen. Holz ist wiederverwendbar. Abfall kann schadlos verbrannt oder kompostiert werden.
Haltbarkeit: Wichtig ist der Zeitpunkt des Fällens, die anschließende Lagerung, die Trocknung, der Einschnitt und die materialgerechte Konstruktion. Wichtig ist der Schutz vor Feuchtigkeit.

Ältester Vertreter der Massivholzbauweise ist der Blockbau mit seinen Wänden aus waagerecht aufeinandergeschichteten Blockbohlen. Heute werden statt Blockbohlen oft verleimte Bretter genommen. Sie wirken dem naturgemäßen Quellen und Schwinden des Holzes entgegen und führen zu formstabilen Bauteilen. Holz lässt sich im Vergleich zu anderen Baustoffen leicht verarbeiten. Unterschiedliches Schnittholz wird durch ausgefeilte Verzapfungstechniken verbunden. Durch seine guten statischen Eigenschaften lassen sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holzkonstruktionen verwirklichen. Holzständerkonstruktionen haben das Fachwerkhaus abgelöst. Die Fertighaus-industrie arbeitet gerne mit Holz und kann so ganze Wände, Decken und Dächer vorproduzieren. Holz wird als Baustoff immer beliebter. In Deutschland beträgt der Anteil der Holzbauten derzeit etwa 10% und nicht ohne Grund ist die Tendenz steigend.


In der Ursprünglichkeit des Holzes verbirgt sich eine ganze Lebensphilosopie. Holzhausliebhaber schätzen das Knacken und Knarren des Materials in Böden und Wänden. Doch das beste ist, während sie im Holzhaus wohnen wächst im Wald der Rohstoff Holz wieder nach.